Aktuelles - rund um die Kindertagespflege

07.12.2009

Hier werden Kinder flexibel betreut
Modell der Großtagespflege richtet sich an Kinder und Jugendliche bis zu 14 Jahren

Familiensysteme, in denen beide Elternteile arbeiten gehen müssen, stehen oft vor unüberwindlichen Hürden bei der Betreuung ihres Nachwuchses. Im Grafenauer Mehrgenerationenhaus findet jetzt ein Betreuungsmodell seine Heimat, das Kindern von 0 bis 14 Jahren die liebevolle und konstante Zuwendung geprüfter Tagesmütter bietet.

Einfach und
Erfolg versprechend

„Das Modell ist so einfach wie Erfolg versprechend", so die Leiterin des Tagesmütterbüros im Landkreis, Birgit Giesen. „Sicher, viele Kindergärten werden gerade baulich um eine Krippe erweitert: Aber viele Mütter haben andere Arbeitszeiten, müssen Schicht arbeiten und können daher nicht um 16 Uhr die Kinder abholen." Auch stelle sich die Frage, wie sich eine zuverlässige Betreuung für ältere Schulkinder anbieten ließe. Auch die Hausaufgabenbetreuung ist da nicht flexibel genug, um auf die Arbeitszeiten der Eltern einzugehen.
Mit dem Mehrgenerationenhaus und seinen vielfältigen Angeboten - vom frisch zubereiteten Mittagstisch bis hin zum Gymnastikraum - böten sich hier tolle Möglichkeiten.
„Leider ist der Begriff sehr unglücklich gewählt. Diese Betreuungsform hat ja nichts mit Krankheit und Pflegeeinsatz zu tun", informiert der MGH-Leiter Konrad Nätscher. „Diese Betreuung entspricht klar den Qualitätsstandards für Mehrgenerationenhäuser: Hier werden Entlastungen für Familien mit Kindern zwingend einfordert, um als Mehrgenerationenhaus anerkannt zu sein."
Und so organisiert sich die „Großtagespflege":In einer schönen, großzügig geschnittenen Wohnung mit Wohnküche, zwei Wohnräumen, Bad und einer großen Diele, die auch als Büro genutzt kann, werden bis zu zehn Kinder von zwei qualifizierten Tagesmüttern betreut. „Die Tagesmütter sind zwar selbstständige Unternehmerinnen", so Giesen „die Qualitätssicherung übernimmt aber das Landratsamt mit dem Tagesmütterbüro". Rechnet sich eine Tagesmutter den Betreuungssatz pro Kind und Stunde durch, mit hälftiger Kranken- und Sozialversicherung sowie den vielen weiteren Pauschalen, die geltend gemacht werden können, „bietet das Modell für unsere Tagesmütter eine echte berufliche Perspektive", bewertet die Mitarbeiterin des Jugendamtes das Angebot.
Das Konzept orientiere sich dabei an der „Münchner Großtagespflege". Das Mehrgenerationenhaus gewähre zusätzlich den beiden Tagesmüttern entsprechend günstige Mietkonditionen und die Benutzung der Freizeitmöglichkeiten im MGH Grafenau - „egal ob Medien- und Gymnastikraum oder großer, ruhiger Garten mit vielen Möglichkeiten zum Toben, Spielen und auch zum Grillen".
Auch die Verkehrsanbindung ist ein großer Pluspunkt des Betreuungsangebotes: ausreichend Parkmöglichkeiten zum Bringen und Holen, die Bushaltestelle ist keine 15 Meter vom Eingang entfernt. Zur Grundschule sind es nur 500 Meter.
Birgit Giesen freut sich nun auf aussagekräftige Konzepte von interessierten Tagesmüttern und pädagogischen Fachfrauen und -männern. Bewerbungen sind bis einschließlich 19. Dezember beim Landratsamt einzureichen. Info: www.freyung-grafenau.de - cmg

 

Großtagespflege in Grafenau
© pnp 

Im Mehrgenerationenhaus Grafenau präsentiert Konrad Nätscher (von rechts.)
Birgit Giesen und Peter Vogl die Räumlichkeiten - hier den abgeschlossenen Bereich
der Mutter-Kind-Gruppe von vis-a-vis.Grimsmann

07.12.2009 
Quelle: PNP Freyung, Lokalteil 
  

 

 04.12.2009

Tagesmütterbüro - Zentrale Stelle für Vermittlung und Beratung im Landratsamt 04.12.2009

Tagesmütter helfen auf Anruf

Zentrale Stelle für Vermittlung und Beratung im Landratsamt eingerichtet - Nachfrage der Eltern steigt

Von Roland Mitterbauer
Freyung. Eine große Kiste mit Spielzeug steht im Wohnzimmer von Lucia Wilhelm. Ihre Kinder hatten schon mit den Figuren und Autos gespielt, jetzt spielen Kinder anderer Eltern damit - ebenfalls auf ihrem Fußboden. Lucia Wilhelm ist Tagesmutter. Bis zu fünf Tageskinder darf sie betreuen. Knapp 30 ausgebildete Tagesmütter sind im Landkreis aktiv, die von einem neu eingerichteten Tagesmütterbüro vermittelt werden. Die Nachfrage nach individueller Betreuung von Kindern steigt.
„Ich sehe das als Ergänzung zum Kindergarten, nicht als Konkurrenz", erklärt Wilhelm. Als Tagesmutter hat sie keine festen Öffnungszeiten. „Bei mir ist immer was los, auch am Wochenende." Vor etwa acht Jahren hat Wilhelm einen Kurs zur Tagesmutter besucht. Ihre eigenen Kinder waren damals schon selbstständig, der Jüngste ist in die Schule gekommen. „Ich habe eine Beschäftigung gesucht, am besten mit Kindern", sagt die 44-Jährige. Als sie dann in der Zeitung gelesen hat, dass Tagesmütter gesucht werden, ist sie fündig geworden.
Damals wurden den Tagesmüttern hauptsächlich vom Jugendamt Kinder zugewiesen. Mittlerweile suchen auch immer mehr Eltern von sich aus nach einer flexiblen Betreuung ihrer Kinder. Die Auftraggeber von Wilhelm sind von der Auszubildenden bis hin zum Gutverdiener bunt gemischt. Bei der Tagesmutter lernen die Kinder miteinander umzugehen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und werden altersgerecht gefördert.
Lucia Wilhelm sieht sich als Dienstleister und versucht die Distanz zu den Kindern zu halten. „Mir wachsen die Kinder ans Herz, aber ihre Mama möchte ich nicht ersetzen", erklärt sie. Sie ist eher wie eine Tante, die mit den Eltern gut zusammen arbeitet und aushilft, wenn keine Oma aufpassen kann oder die Kindergärten geschlossen sind.
Wer Tagesmutter oder -vater werden will, muss einen Kurs besuchen, der 60 Stunden umfasst. Oft interessieren sich Eltern oder Erzieher für diese Fortbildung, weiß Wilhelm. Wegen des Geldes allein mache das kaum jemand. „Damit kann man höchstens sein Haushaltsgeld ein bisschen aufbessern", erklärt sie. Außerdem sei die Tätigkeit sehr anstrengend und viele ließen sich von der Bürokratie abschrecken. Wilhelm ist trotzdem gerne Tagesmutter. Und die Eltern vertrauen ihr. Wilhelm empfiehlt, dass sich Eltern immer in einem persönlichen Gespräch einen Eindruck von der Tagesmutter verschaffen.

DIE TAGESPFLEGE
Im Landratsamt Freyung-Grafenau ist eine zentrale Stelle zur Vermittlung und Beratung von Tagesmüttern eingerichtet worden. Das Tagesmütterbüro steht bei Fragen zur Ausbildung zur Tagesmutter zur Verfügung und hilft Eltern bei der Suche nach der richtigen Tagesmutter. Aktuell sind knapp 30 ausgebildete Tagesmütter im Landkreis aktiv, die 42 Kinder betreuen. Tendenz steigend. Ziel der Verantwortlichen ist es, in jeder Gemeinde wenigstens eine Tagesmutter zur Verfügung zu haben.
  •  Ansprechpartnerin: Birgit Giesen, Tel.  08551 57 278, Email: birgit.giesen@lra.landkreis-frg.de.
  •  Anschrift: Jugendamt/Tagesmütterbüro, Grafenauer Str. 44, 94078 Freyung
  •  Gesprächszeiten: Dienstag und Donenrstag von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr, Mittwoch von 7.30 Uhr bis 11.30 Uhr, und nach Vereinbarung.
  •  Angebot: Individuelle Betreuung von unter dreijährigen Kindern; Ergänzung zum Kindergarten, zur Krippe und Schule mit flexiblen Betreuungszeiten für Kinder bis zum 14. Lebensjahr; spielerische und altersgerechte Entwicklungsförderung mit Familienanschluss; Verpflegung und Schlafmöglichkeit; Hausaufgabenbetreuung.
  •  Internet: (noch im Aufbau) www.kindertagespflege-frg.de

    Tagesmütterbüro
    Die neue Infobroschüre präsentierten Heinz Frisch vom Kreisjugendamt (von links), Judith Wunder, Birgit Giesen vom Tagesmütterbüro und Landrat Ludwig Lankl.
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